Rubiks Cube

In den dunklen und kalten Wintertagen bleibt man lieber zu Hause. Vielleicht habt ihr den verstaubten Zauberwürfel aus dem Regal genommen. Erstaunlich wie wenige Drehungen ausreichen, um aus den geordneten Farben ein buntes Chaos zu machen. So einfach es ist, den Würfel zu verdrehen, so schwierig ist es, die Farben wieder zu ordnen.

Ich verrate euch ein kleines Geheimnis: Allein durch Herumprobieren läßt er sich nicht lösen. Man muß einige Abfolgen lernen, um die Steine wieder an ihren richtigen Platz zu bringen, sogenannte Algorithmen. Beginnen muß man mit einem Kreuz. Das bildet die Grundlage, damit sich das bunte Chaos ordnet. Ohne das Kreuz läßt sich der Würfel nicht lösen.

Ähnlich ist es mit unserem Leben. Wenige Drehungen reichen aus, um alles durcheinander zu bringen. Plötzlich ist nichts mehr an seinem richtigen Platz. Alles durcheinander. Wie bringt man wieder Ordnung in das Chaos?

Die Antwort: Wie beim Zauberwürfel. Man beginnt mit dem Kreuz. Es bildet die Grundlage, da es einen neuen Weg aus alten Verirrungen weist.

Ganz so einfach ist das aber nicht. Der Name ist irreführend: Zauberwürfel. Es ist keine Zauberei. Man muß lernen, wie man den Würfel drehen muß: Erst rechts, dann links, vorn und wieder rechts. Das ist anstrengend, erfordert Übung. Manchmal erleidet man Rückschläge, wenn die ersten Reihen stimmen, der Würfel fast gelöst ist und durch eine falsche Abfolge von Drehungen alles wieder durcheinander kommt. Dann muß man von vorn anfangen: Mit dem Kreuz.

Paulus war auch dieser Meinung, als er schrieb:

Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist es Gottes Kraft. (1. Korinther 1,18)

Der Mann aus Nazareth am Kreuz ist die öffentlich sichtbare Demütigung und Schwäche. Das wirkt auch heute noch auf viele Menschen lebensfremd: Wie soll sein Tod zum Leben helfen? Er ist die Antwort Gottes auf unsere Frage nach gelingendem Leben. Nicht die zur Schau gestellte Stärke verbindet Menschen, sondern die Schwäche. Beziehungen gehen kaputt, wenn Menschen von ihrem Thron nicht herabsteigen wollen. Menschen finden zueinander, wenn sie sich ihre Schwächen eingestehen. Nicht der Satz: „Ich habe Recht“ verbindet, sondern: „Es tut mir Leid“.

Eine gute Grundlage, damit die Steine sich ordnen und das Leben gelingt.