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Losung für Sonntag, 20. Mai 2012 |
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Wer Dank opfert, der preiset mich, und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes.
Psalm 50,23 Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus! 1.Korinther 15,57 |
| Schlagzeilen aus der Gemeinde |
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| Genuss oder Frust? |
| Neuer Gemeindebrief fuer Mai 2012 |
Gott spricht: Nur für eine kleine Weile habe ich dich verlassen, doch mit großem Erbarmen hole ich dich heim. (Jes 54,7)
Maria und Martin hetzen durch das Einkaufszentrum. Im Hintergrund spielt weihnachtliche Musik: „Alle Jahre wieder kommt das Christuskind...“ Doch beide haben kein Ohr dafür. Sie müssen Weihnachtsgeschenke kaufen. Die letzten Wochen waren für beide stressig: Martin singt in mehreren Projektchören, die nur über Weihnachten Konzerte aufführen und Maria hat das Pech, neben dem Klavier auch Querflöte spielen zu können. Auf diversen Weihnachtsfeiern hat sie gespielt: in der Gemeinde, im Kindergarten und der Schule ihrer Kinder und auf ihren Arbeitsstellen gab es neuerdings auch ein musikalisches Programm. Ein Weihnachtsbaum mußte natürlich auch herbeigeschafft, Plätzchen gebacken und Christbaumschmuck besorgt werden. Bei all den Zusatzterminen hatten sie keine Zeit, Weihnachtsgeschenke zu kaufen. So hetzen sie nun durch das Einkaufszentrum. Sie sind etwas ratlos, welche Geschenke wohl für ihre Lieben die richtigen wären.
Alle Jahre wieder... ...geht uns an Weihnachten die Puste aus. Wir hören Predigten über Einkehr und Besinnlichkeit, darüber, daß weniger oft mehr ist und hören gleichzeitig das schlechte Gewissen zwischen den Zeilen, weil das dem Prediger selbst nicht so recht gelingen will.
Der Vers des Propheten Jesaja bringt einen verheißungsvollen Gedanken: Die Zerstreuung währt nur einen kurzen Augenblick. Die Zukunft aber bringt Sammlung und Heimkehr. Diese Veränderung betrifft zunächst das Volk Israel, das in einer fremden Gegend leben muß. So sitzt z.B. Isaak ben Jachni am Fenster, das ihm nicht gehört und schaut hinaus auf eine Landschaft, die ihm fremd ist. Er geht hinaus und erblickt einen fernen Himmel, viele Kilometer von seiner Heimat weg. Er erblickt eine fremde Sonne und fragt sich: Wie lange noch? Wann kann ich heimkehren? Werde ich diesen Augenblick überhaupt noch erleben? In dieses resignierte Grübeln spricht der Prophet nun diesen Satz: Gott holt in seinem Erbarmen die Zerstreuten nach Hause. Nicht Menschen, denen doch wieder die Puste ausgeht. Die Augen von Isaak ben Jachni schauen nun wieder etwas hoffnungsvoller in die Landschaft. Er glaubt an einen Gott, der ihn heimführen wird. Er glaubt an einen Gott, der leidenschaftlich und voller Mitgefühl – eben voller Erbarmen seinem Volk zugetan ist.
Dieser Glanz kommt auch in unsere Augen, wenn wir auf die Weihnachtsdekoration um uns her schauen. Es ist keine Spiegelung des markwirtschaftlichen Glämmers in unseren Augen, sondern der Glanz des Geburtstags der Barmherzigkeit, des Mitgefühls und der Leidenschaft Gottes für alle Menschen auf dieser Welt. Es ist die Erfüllung einer alten Zusage, daß Gott uns zu sich nach Hause holt. Auch wenn uns wahrscheinlich auch dieses Jahr wieder die Puste ausgeht: Gott geht sie nicht aus. Er holt uns heim zu sich.
Maria und Martin haben es nun doch noch geschafft: Sie haben für alle ein schönes Weihnachtsgeschenk gefunden. Nun sitzen sie zufrieden zu Hause am Kamin, haben die Weihnachtsbaumbeleuchtung an und eine heiße Tasse Tee in der Hand: „Oase der Entspannung“. Sie schauen etwas verträumt: Sie haben so einen eigenartigen Glanz in den Augen...
Eine segensreiche Weihnachtszeit wünscht euch
Tilo Linthe.
